Asociación Escuela Infantil

"FOGALERA DE SAN JUAN" 

Pedagogia Waldorf
Urb. Las Cabreras, 15 - 35507 Tahiche - Tel.: 606 41 53 31

Grundmotivation für den Waldorfkindergarten

Die Bemühung um die Offenheit, die jeweilig erlebte Situation der Kinder zum immer wieder neu entscheidenden Element der Gestaltung des pädagogischen Lebens werden zu lassen, ist der wichtigste Moment des Erziehungsgeschehens in einem Waldorfkindergarten.

Die eigene Veränderungsbereitschaft und Entwicklungsoffenheit sind die wesentlichen Vorausetzungen für einen Waldorfpädagogen. Da dieser Vorgang den Erwachsenen wie das Kind unmittelbar berührt und betrifft, ist dies das verbindende Element, das alle Praxis der Waldorfkinder- gartenarbeit verbindet.
 
Das freie Spiel ist die kindliche Äusserungsform

Zweijährige Kinder stossen mit Freude halbaufgebaute Holztürme um. Vierjährige Kinder laufen mit einem wehendem Küchenhandtuch Segel durch die Gegend; wenige Augenblicke später wird es als Turban auf dem Kopf getragen.
Sechsjährige Kinder spielen Post im Kindergarten, das Spiel erstreckt sich über eine Stunde – immer wieder kommen neue Gestaltungselemente

dazu. Aus den einfachen Gegenständen der Umgebung werden die nötigen Accessoirs geschaffen, zufällig in der Nähe befindliche kleinere Kinder werden für einen Moment als Kunden oder Postboten integriert, liebevoll werden Briefmarken aus Papierschnipseln gebastelt...
Die einzelnen Spielszenen unterliegen einer ständigen, lebendigen Entwicklung, der Bezug zum Ganzen (Post) bleibt jedesmal erleb- und erkennbar.
Es ist die spontane, d.h. aus sich selbst entstandene und keinem äusseren Zweck oder Ziel dienende Grundäusserungsform des Kindes, durch die es sich mit der Welt verbindet.

Die zentrale Verantwortung der Erzieher

Da das freie kindliche Spiel keine Folge der vorstellungshaften Planung ist, sondern eben spontan erfolgt, muss die Pflege der Bedingungen für diese Äusserungsform in der Umgebung angesiedelt sein.
Hier liegt die zentrale Verantwortung der Erzieher.

Ein Kind greift spontan in ein Regalfach, um die dort vermutete Schale mit Wachsblöckchen zum Malen zu nehmen. Im Greifen stellt es erstaunt fest, dass die Schale nicht an ihrem Platz ist.
Die selbstverständliche Erwartung des Kindes ist die, dass die Dinge an ihrem Ort sind; „die Welt ist in Ordnung“, so die kindliche Grund- stimmung, die gleichzeitig Sicherheit verleiht.
Viel Engagement und Phantasie

Kinder spielen mit einfachen Holzstückchen. Mit viel Engagement und Phantasie wird ein Schloss mit Nebengebäude errichtet. Nach einiger Zeit wird der Spielort verlassen, andere Kinder kommen zu den unordentlich

herumliegenden Hölzern – es entsteht kein neues Spiel mehr. Die Erzieherin räumt beiläufig die Hölzer wieder in den dafür vorgesehenen Korb und kurze Zeit später kommen wiederum Kinder, die ein neues konstruktives Spiel beginnen.
Kinder wollen ständig aus dem „Vollem“ schöpfen, sie benötigen eine gewisse Grundordnung, um aus ihr heraus in das phantasievolle Spiel eintreten zu können.

Wiederkehrende Abläufe im Tagesrhythmus

Auch gehören wiederkehrende Abläufe in den Tagesrhythmus. Das zum Beispiel alle gemeinsam an dem Tisch sitzen, gemeinsam „gesegnete Mahlzeit“ wünschen und dann gemeinsam anfangen zu essen, ist das Sicherheit–Verleihende.
So können der Zeitraum einer Woche oder eines Jahres als Sicherheit verleihender Rahmen erlebt werden, wenn sie durch Besonderheiten der Wochentage oder durch das Feiern der Jahreszeiten „ rituell gegliedert“ vom Kind erlebt werden.
Im Waldorfkindergarten zeigen sich solche Sicherheit verleihenden Rhythmen in der wiederkehrenden Zeitgestalt des Tages.

So gliedert sich der Tag in der Regel in verschiedene Elemente wie Freispielphasen im Haus und im Garten, gemeinsames Lauschen eines Märchens oder einer rhythmischen Geschichte, hauswirtschaftlichen, handwerklichen oder künstlerischen Tätigkeiten u.s.w.

Zu bestimmten Wochentagen bestimmte Aktivitäten

Die Woche erhält ihre Form dadurch, dass bestimmten Wochentagen bestimmte Aktivitäten vorbehalten sind, z.B. das Aquarellieren oder der Frühstücksplan.
Dazu gehört, dass die gewöhnlichen Verrichtungen eines menschlichen Tagesgeschehens sinnvoll, freudig und transparent erfolgen, so z.B. die Zubereitung der täglichen Mahlzeiten, Aufräumen, das gemeinsame Singen und Erzählen.
Kurzum: Je voller und selbstredender das Leben im Kindergarten ist, desto anregender als „Lernfeld “ ist die Umgebung für das Kind.
Der Waldorfkindergarten soll ein Ort sein, an dem die Eltern und Erzieher sich bemühen, den erzieherischen Ruf der Kinder zu hören und bereit zu sein, von ihnen in jeglicher Hinsicht immer wieder zu lernen.  

   Kinderhände - herrliche Farben und weiche Formen



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